Universitätsmusikdirektor Professor Georg Kempff

Geboren 1893 in Jüterbog – Mark Brandenburg – wirkte er u.a. über ein Vierteljahrhundert an der Universität in Erlangen. Hier übte er mit dem akademischen Chor die großen Oratorien, Messen, und Bachs Passionen und Kantaten ein und führte sie in der Universitätskirche mit namhaften Orchestern und Solisten auf.

Jeden Sonntag gestaltete er in dieser Kirche die Gottesdienste musikalisch. Als Sänger gab er regelmäßige Liederabende, wobei er sich selbst am Flügel begleitete.

In sein Ferienhaus in Reichenbach, welches er 1935 erbauen ließ, kamen außer der Familie auch viele Freunde. Aber in der Zwischenzeit wurde das Haus doch zu intensivem Arbeiten – besonders Komponieren – genutzt. Hier entstand auch sein Hauptwerk, das "Oratorische Mysterium" - "Die Hochzeit zu Kana", zu dem er Text und Musik schuf. Es wurde 1964 in Erlangen uraufgeführt.

Auch im Allgäu war Georg Kempff als Organist und Sänger bekannt. Besonderes persönliches Merkmal seiner Orgelkonzerte war seine Liebe zur Improvisation. Er ließ sich in Orgelkonzerten vom Publikum Themen geben, die er dann spontan zu vielstimmigen Stücken verarbeitete.

Er starb am 1. September 1975 in seinem Haus in Reichenbach.

Text und Bilder Dorothea Kempff, im Juli 2007

Stimmen in Zeugnissen von Dichtern und Schriftstellern:

... Meine Sekretärin hat mir Ihre Dichtung vorgelesen – ich habe mich sehr an ihr gefreut und bedaure nur, dass ich nur ihre Worte, nicht ihre Musik aufnehmen kann. Ich kann mir denken, wie ergreifend sie die tiefe und Schönheit der Worte verklärt. Ich wünsche Ihrem Werke einen starken Widerhall – das religiöse Thema ist ja gerade heute ein Anruf, der alle angeht ... Ihre Gertrud von le Fort, Oberstdorf, den 24. April 1964.